Blut im Urin

bitte Teilen
Wenn gefällt bitte bewerten:
[Gesamt:34    Durchschnitt: 4.2/5]

Blut im Urin, Hämaturie

Eine Hämaturie bedeutet, dass durch das vermehrte Blut im UrinVorkommen von roten Blutkörperchen (Erythrozyten) der Urin nicht wie gewohnt Gelb ist, sondern rot bis dunkelbraun.

Das Wort Hämaturie stammt von altgriechisch αἷμα haima „Blut“ und οὖρον ouron „Urin“.

Zu unterscheiden ist, die Ursache für die Verfärbung durch den Verzehr von Lebensmittel, wie zum Beispiel Rote Beete.

Auch Hämoglobin kann die rot-braune Urinfarbe verursachen, was aber als Hämoglobinurie  genannt wird.

Wenn Blut im Urin erscheint, sollte der  Betroffene immer zum Arzt gehen die Ursache zu klären. Es kann ein harmloser Harnwegsinfekt sein (bei Frauen auch Beimischung von Menstruationsblut), aber auch ernste Erkrankung wie Nierensteine, Krebs der Harnwege, Wachsen von Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter und andere.  

Jede Makrohamaturie muss abgeklärt werden

Unterscheidung von Hämaturie

Unter normalen Umständen hat Blut im Urin nichts zu suchen. Je nach Menge oder Ort der Herkunft kann man eine Hämaturie verschieden einteilen.

Es gibt Sichtbare (Makro-) oder mikroskopisch nachweisbare (Mikro-) Beimengung von Erythrozyten im Urin.

Makrohämaturie: wenn das Blut im Urin schon mit dem bloßen Auge zu erkennen ist. Schon ein halber Milliliter kann genügen, um einen Liter Urin rötlich zu färben.

Mikrohämaturie: keine rötliche Urinverfärbung ist sichtbar,  Blut im Urin ist nur mit speziellen Untersuchungen nachweisbar. Es wird ein Urin-Teststreifen angewandt, oder der Urin wird mikroskopisch auf Erythrozyten untersucht. Der Teststreifen verfärbt sich schon bei kleinen Mengen von Urin im Blut, das auch von Samenflüssigkeit stammen kann.

Die häufigsten Ursachen einer Hämaturie

Wenn man den Urogenitaltrakt aufsteigend betrachtet, können als mögliche Quellen für Blut im Urin zunächst Harnröhre, Blase und Harnleiter sein.

  • Erkrankungen der Harnwege, der Niere, Harnleiter, Blase und Harnröhre
  • Krankheiten den männlichen Genitaltrakt, Prostata-Blutungen
  • Blutgerinnungsstörungen, Medikamente die die Blutgerinnung beeinflussen
  • Auch andere Medikamentewie bestimmte Antibiotika können unter Umständen Blut im Urin verursachen, weil sie auf Dauer die Nieren angreifen.

Die häufigsten Krankheiten, bei denen Hämaturie auftreten

  • Nierenerkrankungen, Nierentumoren, Nierenbeckenkrebs,
  • Prostatavergrößerung,
  • Prostatakrebs,
  • Krebs der Harnröhre,
  • Krebsinfiltrierenden Blasenwand,  Blasenauslass
  • Urolithiasis, Harnsteine in den Harnleiter, Nieren, Nierenbecken, Harnblase, Harnröhre,
  • Verletzungen oder Entzündung der Harnwege

Bei allen Krebsarten der Harnwege könne Hämaturie auftreten.

Zu den häufigsten Krebserkrankungen der Harnwege gehört Blasenkrebs. Häufig ist Blut im Urin das einzige Symptom bei Harnblasenkrebs.

Risikofaktoren für die Entstehung von Krebs in den ableitenden Harnwegen sind das Rauchen, aber auch bestimmte Chemikalien. Hämaturie kann kurzzeitig  und schmerzlos sein, sodass was von den Patienten oft vernachlässigt wird.
Krebs der Harnwege kann sehr schleichend auftreten.  Patienten mit Krebs im fortgeschrittenen Stadium erzählen häufig über eine nur ein Tag dauernde Hämaturie, die schon vor ein paar Monaten aufgetreten war.

  • Hämaturie verursachte durch Nierensteine kann schmerzhaft sein, wird oft mit Nierenkolik assoziiert.
  • Eine Verletzung der Harnröhre  oder Harnleiter kann eine blutige Farbe der Hämaturie ergeben.
  • Verletzungen, zum Beispiel Messerstiche oder stumpfe Schläge auf das Nierenlager, können Blut im Urin zur Folge haben.
  • Auch die Larven Schistosoma-Würmer, die in verschiedenen Gewässern vorkommen,  können durch die Haut in den menschlichen Organismus eindringen sich auch in der Blasenwand einnisten, was zu Entzündungen und Blut im Urin führt.
  • Bei Hämaturie  die von entzündlichen Erkrankungen der Blase kommt, in der Regel verursacht auch Unterbauchschmerzen.
  • Zysten  die in der Niere vorkommen (mit Flüssigkeit gefüllte Hohlräume), können aufbrechen und dann für Schmerzen und Blut im Urin führen.
  • Auch Niereninfarkt oder einer Nierenvenenthrombose (Verstopfung einer Arterie beziehungsweise Vene einer Niere) kann zu Schmerzen in den Flanken, Fieber und Blut im Urin führen.
  • Nierentumoren die oftmals unbemerkt sind können auch Schmerzen, Blut im Urin verursachen.

 Mit zunehmenden Alter des Patienten erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass Hämaturie ein Symptom für Krebs der Harnwege sein kann: 

  • Prostataentzündung besonders bei bakteriellen Infektionen, aber auch bei abakteriellen Formen der Entzündung
  • Prostatavarizen: krankhaft erweiterte die Prostatavenen,
  • Gutartige Prostatavergrößerung (benigne Prostatahyperplasie) kann gelegentlich  Blut im Urin verursachen.
  • Auch bei Prostatakrebs kann eine Hämaturie auftreten.

Untersuchungen

Nur durch zahlreiche Untersuchungen ist eine genaue Diagnose möglich.

  • Urinproben, Dreigläserprobe. Bei dieser Untersuchung wird der Urin zu Beginn, der Mitte und dem Ende des Wasserlassens aufgefangen und analysiert.
  • Urin-Schnelltests zeigt ob es sich tatsächlich um Blut im Urin handelt
  • Untersuchung unter Mikroskop kann auf die die Herkunft der roten Blutkörperchen im Urin deuten.
  • Durch das Zentrifugieren des Urins wird eine Hämoglobinurie ausgeschlossen.
  • Ultraschall Untersuchung der Nieren, Blase und Prostata
  • Blasenspiegelung (Urethrozystoskopie).
  • Die Nierenbecken und Harnleiter werden anhand von Röntgenaufnahmen beurteilt, gegebenenfalls nach der Gabe von Kontrastmittel (Urografie). Auch Computertomografie (CT) und Magnetresonanztomografie (MRT) sind unter Umständen sinnvoll, um Tumorerkrankungen oberhalb der Blase ausschließen zu können.
  • Bei Bedarf werden auch Gewebeproben (Biopsien) entnommen, um Tumore oder andere Erkrankungen näher bestimmen zu können.

Behandlung

Therapie von Blut im Urin ist von den Ergebnissen der Diagnostik abhängig.

  • Bakterielle Harnwegsinfekte werden mit Antibiotika behandelt
  • Nieren- beziehungsweise Blasen- und Harnleitersteine können mit Medikamenten aufgelöst werden, mit gebündelten Schallwellen zertrümmelt oder bei einer Blasenspiegelung entfernt werden.
  • Divertikel und Polypen in der Blase oder Harnröhre werden operativ entfernt.
  • Tumoren können durch chirurgische Eingriffe, Chemotherapie und Bestrahlung behandelt werden.
  • Nierenentzündungen werden zuerst mit immunabschwächenden Medikamenten wie Kortison oder Azathioprin behandelt.


Last updated by at .

bitte Teilen

Ein Kommentar

  1. reindl guenther

    Habe vor kurzen einen katheter 5 Wochen, nach 2 Wochen kam viel Blut der harnBeutel war voll. Die wurde von Arzt nicht abgeklärt warum nicht? Lapidarhieß es das kommt von katheter.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.