Prostata Behandlung, Therapie

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Behandlung von Prostata-Beschwerden

Bei der Behandlung von Prostata-Beschwerden wird hauptsächlich zwischen medikamentösen und operativen Maßnahmen unterschieden. Zudem bietet sich eine Reihe von Begleitmaßnahmen an, welche der Prostata-Gesundheit zugutekommen.

Bei Beschwerden liegt das Behandlungsziel darin, wieder ein problemloses Wasserlassen zu ermöglichen.

Therapie von Prostakarzinom =>  Prostatakrebs Behandlung

Kontrolliertes Zuwarten, Abwarten und Beobachten – Watchful waiting

Bei geringfügigen Beschwerden ist eine Behandlung zunächst meist nicht erforderlich. In diesen Fällen wird die Strategie des kontrollierten Zuwartens gewählt. Dabei werden die Patienten umfassend über die Erkrankung und den möglichen weiteren Verlauf aufgeklärt und bekommen Tipps zum Umgang mit den Symptomen.

Die Erkrankung wird erst dann behandelt, wenn sie Symptome verursacht

Medikamentöse Therapie

Im Anfangsstadium können einerseits Medikamente verabreicht werden, die auf die Muskulatur der Blase und der Prostata entspannend wirken (Alphablocker) und andererseits solche, die die Größe der Prostata vermindern (Finasterid). Pflanzenpräparate (Phytotherapie) haben ihre Berechtigung bei vorwiegend irritativen Beschwerden (Reizbehandlung).

  • 5-alpha-Reduktase Hemmer
    Die synthetischen Wirkstoffe «Finasteride» und «Dutasteride» führen im Körper des Mannes zu einer Unterdrückung des Enzymes 5-alpha Reduktase. Dadurch wird die Umwandlung des männlichen Geschlechtshormons Testosteron in dessen aktive Form Dihydrotestosteron vermindert. Eine tägliche Dauermedikation führt durch die Verminderung des Zellwachstums innerhalb der Prostata, zu einer Verkleinerung der Drüse. Diese Wirkung lässt sich erst nach einem halben Jahr nachweisen. Wenn das Medikament abgesetzt wird, vergrößert sich die Prostata wieder. Allerdings beklagen sich mindestens 10% der Männer nach der Einnahme dieser Medikamente über eine Verminderung des Samenergusses, über die Abnahme der Libido und über Erektionsstörungen.
  • Die so genannten 5-Alpha-Reduktasehemmer (Wirkstoffe: Finasterid, Dustasterid) können  Als Nebenwirkungen können Kopf- und Bauchschmerzen, Schwäche, abnehmende Libido und Erektionsprobleme auftreten.
  • selektive Alphablocker
    Die Alpharezeptorenblocker (z.B. Wirkstoffe wie Terazosin, Alfuzosin,Tamsulosin) minimieren die Muskel – spannung und führen so zu einer Erschlaffung der Muskulatur von Blase, Prostata und Harnröhre. Somit beinflussen die Blasenentleerung positiv. Die Prostata wird durch diese Behandlungsmethode nicht kleiner; das Harnlösen jedoch vereinfacht. Mögliche Nebenwirkungen sind Schwächegefühl, Müdigkeit, Schwindel, Durchfall, Kopfschmerzen sowie Erektionsstörungen.
  • Phytotherapie – Sägepalm-Extrakt
    Immer häufiger werden pflanzliche Extrakte aus den Früchten der Sägepalme (lat. Sabal serrulata) bei Prostatabeschwerden eingesetzt. Die Heilpflanze hat dieselbe Wirkung wie der chemisch-synthetische Wirkstoff Finasteride. Sägepalme wirkt als 5-alpha-Reduktase-Hemmer und reduziert damit das Wachstum des Prostata-Gewebes. Zudem wird der Heilpflanze eine gute Entzündungshemmung zugeschrieben.
    Der grosse Vorteil bei der Behandlung mit Sägepalm-Extrakt liegt darin, dass die bekannten Nebenwirkungen der chemisch-synthetischen Präparate wie Erektionsstörungen, bei praktisch gleicher Wirksamkeit, nicht auftreten. Aus diesem Grund gelten Arzneimittel aus Sägepalm-Extrakt als wichtigste medikamentöse Behandlungsmethode bei leichten und mittleren Prostata-Beschwerden!
  • Anticholinergika bei Dranginkontinenz
    Diese Medikamente sorgen für eine Entspannung der Blasenmuskulatur, die dadurch wieder mehr Urin speichern kann.
    Zu den typischen Nebenwirkungen gehören Mundtrockenheit oder Magen-Darm-Beschwerden.  Die Arzneistoffe wie Oxybutynin, Solifenacin, Tolterodin oder Trospiumchlorid  unterscheiden sich in ihrer Wirkung kaum, aber im Umfang der Nebenwirkungen.

Operative Therapie

Ist die Erkrankung bereits weiter fortgeschritten und sprechen medikamentöse Behandlungen nur unzureichend an, erfolgen operative Behandlungsverfahren der Prostata.

Operative Behandlungsverfahren:

Transurethrale Resektion der Prostata (TUR-P)

Die TUR-P wird im Volksmund als «kleine Prostata-Operation» bezeichnet. ElektroschlingeEs handelt sich um die am häufigsten ausgeführte Operations-Methode bei gutartiger Prostata-Vergrösserung.
Mit Hilfe von Hochfrequenzstrom oder Laser wird bei diesem Eingriff über die Harnröhre das Prostata-Gewebe Schicht um Schicht abgetragen. Prostatagewebe wird mit einer Elektroschlinge, die über die Harnröhre eingeführt wird, von innen abgetragen (ausgehöhlt).
Zuerst wird  ein dünnes Rohr, in die Harnröhre eingeführt. Durch das Rohr wird die Elektroschlinge und einer kleinen Optik vorgeschoben. Das abgetragene Gewebe wird mit einer Flüssigkeit ausgespült.
Am Ende der Operation wird ein Katheter über die Harnröhre eingelegt. Über diesen Katheter wird die Blase mit Flüssigkeit gespült, um der Bildung von Blutgerinnseln vorzubeugen. Der Katheter wird nach ungefähr zwei bis drei Tagen entfernt.

Nach einer Transurethralen Resektion der Prostata (TURP) tritt gewöhnlich eine retrograde Ejakulation auf, was bedeutet, dass die Samenflüssigkeit nicht aus dem Penis ausgestoßen, sondern zurück in die Harnblase entleert wird. Dies ist eine in der Regel dauerhafte Nebenwirkung,

Da es bei diesem Verfahren nur selten die ganze Prostata entfernt wird, ist es möglich das Prostatagewebe wieder nachwächst und die Behandlung nach ein paar Jahren widerholt sein muss.

Offene Prostatektomie (PAE)

Die offene Prostatektomie wird im Volksmund auch als die «grosse Prostata-Operation» bezeichnet. Diese Operation wird bei sehr starken Prostata-Vergrösserungen durchgeführt, wo eine Entfernung über die Harnröhre nicht mehr möglich ist. Der Eingriff erfolgt über einen Bauchschnitt.
Es wird  einen Schnitt im Unterbauch die Blase gemacht  und überschüssige Gewebe “ausgeschält” und entfernt. Anschließend wird ein Katheter durch die Harnröhre eingelegt und die Blase wie auch die Bauchdecke verschlossen. Die Blase wird nach der Operation mit Flüssigkeit gespült.

Greenlight-Laser

Bei der gutartigen Prostatavergrößerung hat sich der so genannte Prostata Behandlung greenlight-laserGreenlight-Laser (KTP-Laser = Kalium-Titanyl-Phosphat-Laser) als das beste Verfahren bewährt.
Über ein spezielles endoskopisches Gerät, welches über die Harnröhre bis in die Prostataloge eingeführt wird, wird die Lasersonde vor Ort gebracht. Der sichtbare Laserstrahl wird seitlich auf das Prostatagewebe abgestrahlt und das Prostatagewebe unter Sicht verdampft (vaporisiert). Der Abtragungseffekt ist sofort erkennbar.

Der Greenlight-Laser unterscheidet sich von der elektrischen Schlinge vor allem durch seine ausgezeichneten blutstillenden Eigenschaften. Im Vergleich zu den Vorgänger-Lasergeräten ist der neue Laser hoch energetisch und die Gewebeabtragung ist deutlich effektiver.

Der Eingriff dauert je nach Größe der Prostata zwischen ½ bis zu 2 Stunden. Der Katheter bleibt in der Harnröhre nur 1 Tag lang, während bei der anderen Technik der Katheter 3 bis 5 Tage verbleiben muss.

Da es bei diesem Verfahren nicht die ganze Prostata entfernt wird, ist es möglich das Prostatagewebe wieder nachwächst und die Behandlung nach ein paar Jahren widerholt sein muss.

HoLEP-Verfahren, ThuLEP-Verfahren

Mit einem Holmium oder Thulium Laser lässt sich der komplette vergrößerte innere Anteil der Prostata herausschälen (Enukleieren).
Je nach verwendetem Laser spricht man von HoLEP- Verfahren (Holmium Laser Enukleation der Prostata) oder ThuLEP- Verfahren (Thulium Laser Enukleation der Prostata).

Da die dabei entstehenden Gewebestücke zu groß sind, um sie komplett am Stück entfernen zu können, werden sie zuerst in der Blase zerkleinert (morcelliert) und anschließend abgesaugt.
Das Verfahren eignet sich besonders zur Behandlung von stark vergrößerter Prostata, für Prostata ab 40-50 ml ohne Begrenzung nach oben!

Die meiste Patienten können das Krankenhaus spätestens am 3. Tag nach dem Eingriff (schon ohne Katheter) verlassen.
HoLEP wird zurzeit nur an wenigen Kliniken in Deutschland angeboten.

Im Vergleich zu anderen Laserverfahren ist die HoLEP das einzige Laserverfahren, bei dem  eine komplette Entfernung der vergrößerter Prostata möglich ist.
Das Gewebe läßt sich sauber von der Prostatakapsel abtrennen und entfernen.

Durch die maximale Gewebsabtragung besteht die Verbesserung des Wasserlassens dauerhaft, ohne dass das Prostatagewebe wieder nachwachsen kann (nur sehr geringe Risiko auf Pseudo-Rezidive).

 

NanoKnife, Irreversible Electroporation IRE
Minimal-invasive Behandlung des Prostatakarzinoms

Mit irreversibler (unumkehrbarer) Electroporation (IRE) werden Krebszellen in der der Prostata durch starke örtlich begrenzte elektrische Felder selektiv Zerstört.

Es werden  mehrere tausend Volt starke und gleichzeitig sehr kurze (wenige Mikrosekunden) elektrische Impulse  im Tumorgewebe  generiert. Dadurch kommt es zu einer dauerhaften Öffnung der Zellmembranen, was schließlich zum Platzen der Zellen führt.

Mit der fokalen Therapie des Prostatakarzinoms mit dem NanoKnife  werden die Nerven und Gefäße, Schließmuskel und Darmwand, werden geschont. Erektion und Harnkontinenz bleiben erhalten. Wundschmerzen und Narbenbildungen können vermieden werden.

Die IRE-Behandlung wird in Vollnarkose durchgeführt mit Unterstützung von Computertomographie CT  und der kontrastmittelgestützten Ultraschal.

Ein Krankenhausaufenthalt ist nicht zwingend notwendig. Zur Sicherheit erfolgt die Entlassung am nächsten Tag, nach ca. 24 stündlicher Überwachung. Reha- und Nachsorgebehandlungen sind nicht erforderlich.

NanoKnife Nachsorge:

Die Kontrolle nach dem Eingriff erfolgt per Magnetresonanztomographie (MRT). Hier kann beurteilt werden ob der Tumor vollständig zerstört wurde. Sollte dies nicht der Fall sein, kann eine weitere Behandlung mittels IRE notwendig werden.

Die NanoKnife Behandlung kann mann auch zur zur vollständigen Entfernung der Prostata benutzen. Bei fortgeschrittenen Prostata karzinomen kann die NanoKnife- Behandlung durch eine radiochirurgische Behandlung mit dem CyberKnife ergänzt werden.

Thermotherapie

Die Thermotherapie wird meistens ambulant in lokaler Betäubung durchgeführt. Der Therapieerfolg ist erst nach  mehreren Wochen erkennbar. Wegen einer starken Gewebeschwellung muß oft der Urin für die Übergangszeit über einen Bauchdeckenkatheter abgeleitet werden.

Mit einer Temperatur von ca. 80° C wird das Prostata-Gewebe durch Erwärmung zerstört.

  • Bei transurethrale mikrowelleninduzierte Thermotherapie: TUMT wird die Wärmeenergie über die Harnröhre eingeführt.
  • Bei transurethrale Nadelablation TUNA werden in die Prostata Nadeln eingeführt und dann die Prostata erwärmt.
  • Evaporisation: das Gewebe wird durch eine Rollelektrode verdampft
  • Kryobehandlung: mittels Flüssigstickstoff wird das Prostatagewebe vereist

Video: Schonende Therapien für Prostata-Therapie

 

Vergleich Operativen Behandlungsverfahren

 

Thermotherapie
Andere Laserverfahren
Elektro-Resektion (TURP) Greenlight Laser
Verbesserung der Symptome Mittelmäßig Gut Sehr gut
Verbesserung der Obstruktion Mittelmäßig Sehr gut Sehr gut
Dauer der Beschwerden nach Operation Mittel bis lange Mittel Kurz
Komplikationsrate Mittel Hoch Niedrig
Nebenwirkungen Selten Häufig Selten
Dauer Katheterableitung Unterschiedlich lang 3–7 Tage 12–48 Stunden
Sexuelle Störungen Selten Vereinzelt Selten
Dauer der Behandlung Einmalige Behandlung Einmalige Behandlung Einmalige Behandlung
Anästhesie Lokale Anästhesie
Vollnarkose
Spinalanästhesie
Vollnarkose
Spinalanästhesie
Vollnarkose
Behandlungsergebnisse Befriedigend Sehr gut Sehr gut

 

Jedes operative Verfahren hat spezielle Risken sowie Vor- und Nachteile. Deshalb sollte in jedem Fall zur Abklärung und Behandlung der Urologe aufgesucht werden. Er wird den Patienten über die Vorgehensweise entsprechend beraten.


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