Prostata Untersuchungen

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Verschiedene Untersuchungsmethoden der Prostata

Prostatauntersuchung:
Rektale Untersuchung, PSA Test, Ultraschall, Biopsie, CT, MRT. Schon ab 20. kann die Untersuchung z.B. wegen Prostatitis nötig sein

Um eine Prostatavergrößerung und auch ander ungewünschte Veränderungen der Prostata frühzeitig zu erkennen, sollten sich Männer beim Urologen untersuchen lassen:  ab dem 45. Lebensjahr einmal jährlich, bei  Prostataleiden in der Familie schon ab dem 40. Lebensjahr.

Manchmal ist eine Untersuchung schon viel früher notwendig, da z.B. eine Prostataentzündung vor allem unter jüngeren Männern ab 20 weit verbreitet ist.

Bei der digitalen Untersuchung über den Enddarm prüft der Arzt, ob eine Vergrößerung der Vorsteherdrüse zu tasten ist.  Spezifischere Aussagen erlaubt der PSA-Test.
Mittels Ultraschall oder Magnetresonanztomografie wird eine mögliche Erkrankung untersucht. Besteht der Verdacht auf Prostatakrebs, kann ist die Untersuchung einer Gewebeprobe notwendig. Wird dabei ein lokal begrenzter Tumor festgestellt, wird dieser meist durch eine Operation entfernt.

Kaum eine andere Untersuchung dürfte mit so vielen falschen Vorstellungen und so viel Schamgefühl besetzt sein wie die Untersuchung der Prostata durch den Urologen. Je früher eine Erkrankung – und dies gilt in besonderem Maße für bösartige Veränderungen – erkannt wird, desto besser sind die Chancen auf Heilung.

Spätestens wenn Männer mehrmals nachts auf die Toilette müssen, sollten sie den Arzt aufsuchen, denn je früher ein Prostataleiden behandelt wird, desto geringer sind die Risiken.

Jährliche Vorsorgeuntersuchung ab 45 Jahren

Es ist sehr wichtig jährlich zu der Vorsorgeuntersuchung zu gehen, da der Prostatakrebs besonders in den früheren Phasen überhaupt keine Beschwerden verursacht.
Die Untersuchung steht allen Männern ab den 45 Lebensjahr kostenlos zu.
Neben der Prostata werden bei dieser Früherkennungsmaßnahme auch die äußeren Genitalien und die Haut untersucht.

Rektale Untersuchung (DRU):

DRU Prostata Untersuchung, AbtastanVom Mastdarm (rektal) tastet der Arzt nur an dem Teil der Prostata, der dem Darm zugewandt ist, ob sich eine Veränderung gebildet hat.
Die meisten Prostatakarzinome entstehen in diesem Bereich.
Es können nur Veränderungen ertastet werden, die größer  als 7 mm sind. Teilweise werden gutartige Vergrößerungen entdeckt.  Die Untersuchung ist oft unangenehm, aber meistens schmerzfrei.

 

Blutuntersuchung

Bluttests können Informationen über Allgemeinzustand sowie über Funktionen von verschiedenen Organen geben.

PSA Untersuchung, PSA Test

Bei der Diagnostik von Prostatakrebs ist der PSA-Wert besonders wichtig.

Prostata spezifischen Antigen, PSA genannt, wird durch die Blutuntersuchung bestimmt  und wird als PSA screening bezeichnet. Kostet ca. 30 EUR.  Die Vorsorgeuntersuchung wird von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen. Bei einem Verdacht auf Krebs,  während der Behandlung und Nachsorg werden die Kosten übernommen.

Mehr über PSA Wert bei Prostatakrebs  => PSA Wert

 

Prostata-Untersuchung, Video, Film:

 

Ultraschalluntersuchung (Sonographie)

Bei der Untersuchung kann der Arzt in den Bauch (Abdomen) hineinsehen und erkennen, ob sich Veränderungen gebildet haben,
in welchem Zustand Nieren, Blase und Prostata sind.
Mit Ultraschall ikann auch geprüft werden, wie viel Urin sich nach dem Wasserlassen noch in der Blase befindet (= Restharnbestimmung)

Die modernen Geräte liefern gute Bilder und können auch kleine Tumoren entdecken. Die Untersuchung ist schmerzfrei.

Transrektaler Ultraschall -TRUS

Wie bei Rektalen Untersuchung wird die Untersuchung durch Mastdarm (rektal) durchgeführt. Der Arzt führt in den Po ein Ultraschallkopf. Es lässt sich so eine Ausdehnung der Veränderung  feststellen. In den letzten Jahren wurde die Untersuchungsmethode durch bessere Sonden mit je zwei Ultraschalköpfen zur dreidimensionalen Untersuchung weiterentwickelt.

Die Untersuchung ist leicht unangenehm, kann leichte Schmerzen verursachen, der Ultraschallkopf vor der Einführung wird mit viel Gell befeuchtet.

Harnflussmessung (Uroflowmetrie)

Es wird gemessen, wie viel Urin pro Sekunde abgegeben wird.
Stärke und Geschwindigkeit des Harnstrahls lassen erkennen, ob die Blasenentleerung normal verläuft oder nicht.

Urinuntersuchung

Im Labor werden Urin und Blut untersucht.
Im Urin lassen sich oft Entzündungen der Prostata nachweisen wie Harnwegsinfektionen oder andere Allgemeinerkrankungen wie zum Beispiel Diabetes mellitus.

 

Molekulargenetischer PCA3-Test

PCA3 ist ein Gen, das ausschließlich in Prostatagewebe auftritt.

Testdurchführung: Zunächst wird die Prostata nach einem bestimmten Schema abgetastet bzw. massiert (Prostata Massage). Die ersten 20 ml Urin werden aufgefangen und  an ein Labor geschickt.  Nach einer Woche erhält man als Ergebnis der PCA3-Score. Je höher dieser Score ist, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit für eine positive Biopsie. Der PCA3-Score ist im Gegensatz zum PSA vom Prostatavolumen unabhängig und mit der Größe des Karzinoms korreliert.

Dieser spezielle Test kann zur Zeit nur in einem Labor in Deutschland durchgeführt werden.
Die Kosten des Tests werden derzeit nicht von den gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) übernommen. Der Preis für Selbstzahler beträgt ca. 350.- €

Biopsie, Gewebeentnahme

Ob wir nur eine Entzündung  oder schon ein Prostatakarzinom haben, ist es notwendig eine Gewebeentnahme (Biopsie) aus  der Prostata machen  zu lassen.

Durch den Enddarm werden mehrere, in der Regel 8 bis 12 Gewebeproben entnommen. Dabei sticht der Arzt mit dünnen, federgetriebenen Holnadeln in die verschiedene Abschnitte der Prostata ein und entnimmt Gewebezylinder. Zusammen mit der Biopsie Nadel wird von Arzt noch ein Ultraschallkopf in den Mastdarm eingeführt, um auf dem Bildschirm des Ultraschalgerätes die Lage der Nadel zu verfolgen.
Die Gewebeproben  werden dann vom Pathologen (mit dem subjektiven Empfinden des Betrachters)  unter Mikroskop untersucht und bewertet.

Da die Entnahme der Proben durch Enddarm erfolgt, kann es manchmal zur Entzündung der Prostata durch Darmkeime kommen. Als Folge kann es zu Fieber oder sogar zu Schüttelfrost kommen. In diesem Fall ist eine Einnahme von Antibiotikum notwendig. Da leider die Keime manchmal gegen Antibiotikum resistent sind, werden zukünftig mehr Biopsien perkutan, durch die Bauchdecke durchgeführt.

Computertomographie bzw. Computertomografie (CT)

In der Computertomographie werden aus verschiedenen Richtungen  Röntgenaufnahmen eines Objektes gemacht. Durch Einsatz eines Computers werden aus den Aufnahmen Schnittbilder erzeugt. Bei Prostatakrebs Diagnostik wird CT eingesetzt um befallene Lymphknoten im Beckenbereich festzustellen. Wenn mit Computertomographie Prostatakrebs diagnostiziert wird, ist die Krankheit bereits großflächig ausgebreitet.
Die Computertomographie ist aber sehr nützlich bei der Planung vor der Operation.

Eine durchschnittliche Strahlenbelastung beim CT beträgt ca. 10 mSi, eine Strahlendosis die etwa 1.000 x grösser ist als eine normale Röntgenaufnahme!!! (5-mal so viel wie die jährliche Strahlenbelastung, die der Körper durch die Umwelt erfährt).  Man sollte genau abwägen ob die Untersuchung notwendig ist. Wie hoch das Krebsrisiko durch einzelne CT-Untersuchungen ist, wurde noch nicht in einer größeren epidemiologischen Studie untersucht und es ist auch schwer, darüber eine Aussage zu machen. Ein Risiko für einen Tumor steigt mit der Anzahl der Untersuchungen. Eine einzige CT sollte kein Problem darstellen oder Angst auslösen. Wichtig ist die Indikation zum CT kritisch zu prüfen.

Kernspintomographie (MRT)

Die Kernspintomographie, auch Magnetresonanztomographie (MRT) genannt, hat im Vergleich zur Computertomographie den Vorteil, dass hier keine Röntgenstrahlen eingesetzt werden. Ist genauer, als CT, aber kleine Tumor Herden werden auch nicht erkannt.

Im MRT lassen sich Weichteile sehr gut beurteilen, während man im CT vor allem auch knöcherne Strukturen beurteilen kann.

Um möglichst hohe Auflösung der Schnittbilder bei Untersuchung der Prostata zu erreichen wird eine besondere Geräteausrüstung notwendig: Einsatz von Oberflächen- und Endorektalspule. Die Endorektalspule befindet sich in einem weichen Gummiballon, der für die Untersuchung in den Enddarm schmerzfrei eingeführt wird.

Inzwischen gibt es in einige Kliniken MRT-Geräet der neuesten Generation, bei dennen kann auf eine Endorektalspule gänzlich verzichtet werden. Mit Hilfe des leistungsstarken Kernspintomographen ist es möglich, die Prostata detailliert darzustellen und zuverlässige Aussagen zu treffen über morphologische Auffälligkeiten, Durchblutung, den Stoffwechsel sowie die Zelldichte (Diffusionsmessung).

Durch die starken magnetischen Kräfte kommt es während der Aufnahme  zu lauten Geräuschen, wie Klopfen, Summen, Rattern oder Sägen. Durch den geringen Durchmesser der Röhre, in die der Patient gefahren wird, kann es zu Beklemmungs- und Angstgefühlen kommen. Es gibt inzwischen auch Geräte mit Tunnelöffnung von 75 cm statt 60 cm.

Offene Kernspintomographie (HFO = offenes MRT),  Panorama High Field Open

Die konventionelle Kernspin-Untersuchung wird mit einem sogenannten »Tunnelsystem« durchgeführt. In diesen Geräten geht es sehr eng zu und daher können viele Menschen, die unter einer Klaustrophobie leiden, also der Angst vor engen Räumen, die Untersuchung nicht durchführen lassen. Bei einem »offenen« Gerät liegt der Patient nicht in einem engen Tunnel, sondern auf einer großzügigen Untersuchungsfläche, die über 300° nach den Seiten offen ist.

In Ortho-Zentrum Heppenheim (64646 Heppenheim) wird für die Untersuchung ein hochmodernes Gerät des Typs »S-Scan« der Firma Esaote verwendet.  Radiologischer Praxis am Feuersee in Stuttgart benutzt ein Gerät von Philips.

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten nur in bestimmten Fällen. Um sicher zu sein, dass Ihre Krankenkasse Ihnen die Kosten der Untersuchung erstattet, brauchen Sie eine individuelle Kostenübernahmeerklärung.


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