Prostatitis Entzündung der Prostata


Prostatitis, Entzündung der Prostata

 

Prostatitis, Akute Prostatitis

Akute Prostatitis

ist eine Prostataentzündung, eine Entzündung der Vorsteherdrüse, die vor allem unter jüngeren Männern
weit verbreitet ist. Man schätzt, dass etwa 30 Prozent aller Männer zwischen 20 und 50 fallweise unter einer sogenannten Prostatitis leiden. Die Urologen verstehen unter Prostatitis auch ein Syndrom  mit verschiedenen Beschwerden im kleinen Becken.

Symptome können Schmerzen in der Damm-, Penis- ,Becken- oder Hodenregion, Schmerzen beim Wasserlassen oder nach der Ejakulation sein. Nach der Klassifikation des National Institutes of Health (NIH) werden 4 Formen der Prostatitis unterschieden:

Akute Prostatis (NIH Kategorie I)

wird meistens (etwa 80%) durch Bakterien, insbesondere E.coli, verursacht. Bei Patienten  Neisseria gonorrhoeae die Infektion verursachen. Auch Pilze und Viren können eine  Infektionen verursachen. Die Krankheit kann tödlich enden.

Symptome akute Prostatitis

  • häufiges Wasserlassen, Drangbeschwerden,
  • brennende Schmerzen bei der Miktion sowie über eine Harnstrahlabschwächung bis hin zum Harnverhalt
  • Häufig Schmerzen im Unterbauch, vermehrter Harndrang und erschwertes Wasserlösen.
  • Fieber, Schüttelfrost
  • Übelkeit, Erbrechen und Hypotonie (Blutdruckwerte unterhalb von 100/60 mmHg)
  • Allgemeines Krankheitsgefühl
  • Das PSA kann dabei deutlich erhöht sein.

Am häufigsten Infektion ist der aufsteigende (aszendierende) Infektion vom Penis über die Harnröhre, oder ein Rückfluss (Reflux) von infiziertem Urin von der Blase in die Prostatadrüsengänge. Möglich ist auch eine Infektion über die Blutbahnen (hämatogene Route), beispielsweise bei einem Furunkel, bei Typhus oder Scharlach.

Für die Diagnostik ist eine Prostatamassage nicht empfohlen, da diese für den Patienten extrem schmerzhaft ist und giftige Keime können aus dem Harntrakt in die Blutbahn gelangen (Urosepsis) führen.

Der Nachweis für die Erreger erfolgt durch Untersuchung von Mittelstrahlurin oder mittels einen Katheter.  Zusätzlich ist eine Blutkulturen Untersuchung möglich.

Therapie bei der akuten Prostatitis:

oft wird eine Behandlung im Krankenhaus notwendig. Zur Therapie werden intravenös hochdosierte Breitspektrum Antibiotika eingesetzt. Anschliessend ist es möglich  auf ein orales Medikament umzustellen. Da sich Antibiotika in die Prostata nur schwer anreichern lassen,  dauert die Therapie  mehrere Wochen. Danach wird nach drei bis sechs Monaten eine Bestimmung des prostataspezifischen Antigens (PSA) notwendig

Eine Komplikation die bei der akuten bakteriellen Prostatitis auftreten kann ist Prostataabszess.
Die Diagnostik wird mit einer pelvinen (Becken) Computertomographie CT oder einer Magnetresonanz Tomographie MRT durchgeführt.
Der transrektale Ultraschall ist wegen Schmerzen nicht geeignet.
Ein Abszess lässt sich meistens nicht mit Medikamenten behandeln. Die Behandlung wird unter Narkose
mittels einer transurethralen Eröffnung (Katheter) mit der elektrischen Schlinge oder einer perkutanen
perinealen Drainage (durch den Darm) durchgeführt.

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Die chronische bakterielle Prostatitis (NIH Kategorie II)

Die bakterielle Prostatitis besteht über 3 Monate,  mit wiederkehrendem Keimnachweis im Urin oder Prostataexprimat.

Symptome chronische Prostatitis

  • Brennen oder Schmerzen im Becken-oder Dammbereich, welche in den Rücken, Penis, Hoden oder Oberschenkel ausstrahlen können.
  • Manchmal verminderte Erketionsfähigkeit.
  • Samenerguss zum Teil schmerzhaft, zum Teil Linderung verschaffend.
  • Probleme beim Wasserlösen mit Brennen in der Harnröhre
  • Abgeschwächter Harnstrahl, häufiger Harndrang, Schwierigkeiten beim Wasserlassen
  • Die Beschwerden treten langsam auf und haben meist einen wellenförmigen Verlauf.

Wird meist ebenfalls durch Harnwegserreger verursacht. Die Symptome sind hierbei schwächer ausgeprägt als bei der akuten Form, aber länger anhaltend. Eine längere Antibiotikagabe ist bei chronischen Formen unumgänglich, trotzdem gibt es eine hohe Rückfallquote.

Für die Diagnostik wird “Prostata-Flüssigkeit”  benötigt, den durch die Prostata Massage gewonnen wird. Zusätzlich wird  auch Post-Massage-Urin benötigt, die auf uropathogenen Bakterien und Leukozytenum untersucht werden.

Therapie bei der chronischen bakteriellen Prostatitis

Für die Therapie werden Fluorochinolone eigesetzt, Medikamente die antibakterielle Wirkung haben. Da sich Antibiotika in die Prostata nur schwer anreichern lassen, werden sie über einen Zeitraum von vier bis sechs Wochen verabreicht. Werden sie früher abgesetzt, können Rezidive auftreten. Auf die Therapie sprechen um die 90% der Patienten an. Sitzbäder oder eine wiederholte Prostatamassage können die Heilung zusätzlich unterstützen.

Es wird eine Verbindung zwischen einer chronischen prostatischen Entzündung und der
Entstehung eines Prostatakarzinoms vermutet

Die abakteriele Prostatitis, das chronische pelvines Schmerzsyndrom des Beckens,  (NIH Kategorie III) => Schmerzsyndrom

Die abakterielle Prostatitis bzw. das chronische pelvines Schmerzsyndrom oder engl. chronic pelvic pain syndrome (CPPS), früher auch Prostatodynie oder Prostatopathie genannt, ist die häufigste Form von der Prostatitis. Das CPPS ist charakterisiert durch ein über 3 Monate bestehendes Beckenschmerzsyndrom. Die Symptome sind die gleichen wie bei bakteriellen Formen, nur dass keine Erreger nachweisbar sind. Die Ursache ist unklar.

  • Kategorie IIIA:     entzündliches CPPS: chronisches pelvines Schmerzsyndrom mit Hinweis auf Prostataentzündung (Leukospermie, entzündliches Prostataexprimat) aber negativen Kulturen.
  • Kategorie IIIB:     nicht-entzündliches CPPS: chronisches pelvines Schmerzsyndrom ohne Hinweis auf Prostataentzündung (keine Leukospermie, kein entzündliches Prostataexprimat) und negativen Kulturen.

Die Therapie ist oft schwierig, zuerst wird ein Therapieversuch gemacht, mit einer Langzeitantibiose über 4–6 Wochen (z. B. 6 Wochen Fluorochinolon-Antibiotikum wie Ciprofloxacin 500 mg 1–0–1 oder Levofloxacin 500 mg 1–0–0.). Trotz des fehlenden Nachweises für eine bakterielle Infektion zeigten randomisierte Studien hohe Ansprechraten im frühem Krankheitsstadium.

Wen keine Besserung folgt, der nächste Therapieversuch wird mit Alpha-Blocker mit z.B. Tamsulosin oder Alfuzosin gemacht. Weitere Therapieansätze sind 5α-Reduktasehemmer wie Finasterid oder Dutasterid, Pentosanpolysulfat und Phytotherapeutika (Quercetin, Pollenextrakt). Bei fehlender Besserung wird Schmerztherapie notwendig. Als invasive Therapie ist die Transurethrale Mikrowellentherapie eine Option (Ansprechraten von ungefähr 50–75 %).

Sägepalmenextrakte zeigen keine Wirksamkeit.

Zur Entspannung der Beckenbodenmuskulatur werden auch physikalische und physiotherapeutische Methoden eingesetzt:

  • Wärmeapplikation
  •  transurethrale Mikrowellentherapie (TUMT)
  • wiederholte Prostatamassagen, 2–3×/Woche
  • Biofeedbacktherapie (unbewusste Körperfunktionen “bewusst” zu machen)
  • Trigger-Point-Release-Behandlungen (eine Art vom Massage)
  • Akupunktur

Studien:

  • Pentosan Polysulfate (PPS)
  • Intraprostatische Injektionen: die schlechte Penetration vieler Antibiotika veranlasste die direkte Injektion von Antibiotika in die Prostata. Wenig kontrollierte Studien.
  • Botulinumtoxin-Injektionen: Die Injektion von Botulinumtoxin A

Prognose 

60 % der Betroffenen werden innerhalb von 6 Monaten beschwerdefrei, 20 % zeigen einen variablen Verlauf und 20 % werden chronische Beschwerden erleiden. Faktoren für schlechte Prognose sind rezidivierende oder ausgeprägte Symptome und Schmerzen bei oder nach der Ejakulation.

Um das Wiederauftreten der Prostatitis Beschwerden zu vorbeugen, bitte folgendes meiden:

  • Unterkühlung des Unterleibes (kalter Arbeitsplatz, Sitzen auf kalten Flächen).
  • Unterkühlung beim Sport
  • Langes Tragen nasser Badekleider
  • Trinken kalter Getränke, Weisswein, Kaffee oder Essen scharfer Speisen

Die asymptomatische entzündlichen Prostatitis (NIH Kategorie IV)

spielt eine untergeordnete Rolle. Über eine asymptomatischen inflammatorischen Prostatitis spricht man, wenn im Prostatasekret oder Ejakulat vermehrt Leukozyten gefunden werden ohne dass Beschwerden bestehen. Hier wird meist auch eine Antibiotikabehandlung durchgeführt.




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