Prostata Zyste, Prostatazyste

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Prostatazyste, Zyste der Prostata

 

Prostatazyste kann die Verengung der Samenwege oder Harnröhre verursachen, was zu Schmerzen, Problemmen mit Sannenerguss, Problemmen mit Urinieren, Blutungen führen kann.

Eine Zyste (griechisch kýstis „Blase“) ist ein sackartiger Hohlraum im Gewebe, durch eine Kapsel abgeschlossen, der mit Flüssigkeit gefüllt ist.

Prostatazyste wird selten diagnostiziert wenn sie keine Beschwerden verursacht. Zysten der Prostata sind ein wenig beachtetes Krankheitsbild in der Urologie, jedoch in systematischen Untersuchungen nicht selten zu finden. Bei einer Größenzunahme der Zyste, wenn schon Beschwerden auftreten, wird eine Behandlung viel schwieriger, da die Zeugungsfähigkeit bedroht ist.

Prostatazysten sind kein Risikofaktor für Prostatakrebs. Das Prostatakarzinom wächst in der Regel nicht zystisch sondern solide.

Symptome bei Prostatazysten

sind abhängig von der Größe und Lage der Prostatazyste:

  • keine Beschwerden
  • Symptome einer Prostatitis => Prostatitis
  • Hodenschmerzen,
  • Miktions- (Urinieren-) und Ejakulationsstörungen,
  • Hämatospermie, Blut in Sperma
  • Hypospermie, verminderter Gehalt der Samenflüssigkeit
  • Unfruchtbarkeit

Es wird zwischen selteneren zentral gelegenen Zysten, die seltener auftreten und häufigeren peripheren Zysten unterschieden.

Median (zentral) gelegene Zysten

in der Mittellinie der Prostata sind meistens angeborenen Zysten: die Müller-Gangzysten und  Utriculus prostaticus (der Überrest des embryonal angelegten Müller-Gangs, der bei beiden Geschlechtern vorhanden ist)

Utrikuluszysten (Hohlraum in der Prostata/Vorsteherdrüse) sind zum Teil angeboren Fehlbildungen, wie Hypospadie (eine angeborene Entwicklungsstörung der Harnröhre ), Hodenhochstand und Polypen der Harnrohre.

In aktuellen Studien wurden keine histologischen Unterschiede zwischen beiden den Zysten gefunden, so dass die Bezeichnung „Utrikuluszyste“ für median gelegene Prostatazysten vorschlagen wurde. Obwohl es sich generell um gutartige Fehlbildungen handelt, wurden in der Literatur Einzelfälle von Zystadenokarzinomen beschrieben.

Bei peripheren Zysten, lateral (seitlich) gelegenen Zysten

kann es sich um Zysten der Ductus ejaculatorii (Spritzkanal), eine benigne zystische Hyperplasie der Prostata, prostatische Retentionszysten, prostatische Abs­zesse, parasitäre Zysten oder um Zysten der Samenbläschen handeln.
Zysten der Ductus ejaculatorii sind meist klein, liegen vor der Mittellinie und können zur Störung bzw. Verschluss der Samenwege führen.
Zysten der Samenblasen können durch angeborene oder erworbene Störung des Spritzkanals  verursacht werden.

Untersuchungen

typische Untersuchungen, die helfen eine Prostatazyste zu diagnostizieren sind:

  • Transrektale Sonographie
  • Restharnmessung,
  •  Harnstrahlmessung,
  •  Zystoskopie (Blasenspiegelung)
  • MRT/CT-Untersuchung

MRT oder auch CT kann Hinweise zur genauen Lage der Zyste liefern

Therapie der Prostatazyste

Behandlung bei einer Prostatazyste ist abhängig von der Stärke der Symptome und der persönlicher Lebenssituation des Patienten.
Generell sollten nur Patienten mit Beschwerden therapiert werden.

Bei Beschwerden durch kleine Zysten kann die Resektion des Zystendaches durch die Harnröhre (transurethral) erfolgen.
Bei größeren Prostata Zysten können offen-chirurgische oder laparoskopische Eingriffe (“Schlüsselloch-Chirurgie“) notwendig sein.
Typische offene Zugangswege sind entweder eine Unterbauch-laparoskopie  oder der perineale Zugangsweg (einen Schnitt zwischen Skrotum und Anus).

Die transurethrale Marsupialisation, Schaffung einer breiten Verbindung von der Zyste zur Harnröhre beinhaltet die Gefahr einer Ejakulation rückwärts  in die eröffnete Zystenhöhle.
Bei der Marsupialisation wird die Zyste aufgeschnitten, die offen liegende Zystenwand wird mit einer Naht am umgebenden Gewebe fixiert, so dass der verbliebene Zystenbalg eine zugängliche Tasche bildet. Auf diese Weise wird eine kontinuierliche Drainage der Zyste erreicht.
Dieses Verfahren birgt die Gefahr einer retrograden Ejakulation in die Zystenhöhle. Durch die anatomische Nähe des Schließmuskels besteht die Gefahr der postoperativen Inkontinenz.

Alternativ besteht die Möglichkeit einer sonographisch gesteuerten transrektalen oder perinealen (durch Damm) Punktion. Bei diesem Verfahren kann weitere Diagnostik durch Analyse des Punktates (Körpermaterial, das durch eine Punktion gewonnen wurde) mit einer Therapie kombiniert werden.
Die Punktion birgt aber das Risiko eines Rezidivs.

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