Weibliche Prostata, G-Punkt

Weibliche Prostata, G-Punkt, Ejakulation der Frau, Prostatakrebs bei Frauen

Auch Frauen verfügen über Prostata Drüsengewebe, einen G-Punkt, Prostata feminina.
Auch Prostatakrebs bei Frauen ist möglich.

Prostata bei Frauen

In der Anatomie der Frau wird das Gewebe als weibliche Prostata, Prostata der Frau, paraurethralen Drüsen, Skene-Drüsen, G-PunktParaurethraldrüse (lat.: Glandula paraurethralis) oder Skene-Drüse (nach Alexander Skene 1838–1900), female prostate, oder Prostata feminina (lat. für weibliche Prostata) bezeichnet.

Die weibliche Prostata (prostata feminina) ist ein Schwellgewebe eingebettet in das dichte Venen-Geflecht um die Harnröhre. Das Prostatagewebe verfügt über zahlreiche Drüsen und Gänge, die rund um die Harnröhre und neben der Harnröhrenöffnung in die Schleimhaut münden. Länge und Form variieren, es existieren viele Drüsen, was zu massivem Freudenfluss führen kann. In den Drüsen wird Ejakulat produziert, das durch die Harnröhre und die Harnröhrennebenkanäle austritt.

Anders als beim Mann spielt die Prostata bei Frauen in Sachen Fortpflanzung keine Rolle, aber
anders als bei Männern  können die Skene-Drüsen jederzeit während des Sex ejakulieren, nicht nur beim Orgasmus.

Durch den vorderen Innenbereich der Vulva lässt sich das leicht geriffelte Gewebe in der Schleimhaut besonders gut erspüren. Wenn es stimuliert wird und anschwillt, löst es zuweilen das Gefühl aus, die Blase entleeren zu wollen. Dieser Bereich wird auch G-Fläche oder G-Punkt genannt.

 

Weibliche Prostata Embryologie

Embryologisch (noch vor dem Geburt, beim Embryo) beginnt die Entwicklung der Prostata bei Frauen und Männer völlig gleich. Allerdings fehlen der Frau in weiterer Folge die notwendigen Androgene zur Bildung eines Drüsenkörpers. Die weibliche Prostata ist daher nur rudimentär (rudimentär = nur ansatzweise) vorhanden. Ganz funktionslos ist sie aber nicht. Man vermutet, dass das produzierte Sekret eine Bedeutung in der Infektionsabwehr besitzt.

Das bedeutet, dass beide Geschlechter über das gleiche Drüsengewebe verfügen.
Bei den Männern entwickelt es sich zu einer funktionsfähigen Prostata, die bei dem Samenerguss ein Sekret abgibt, um die Überlebenschancen der Spermien in der Scheide zu erhöhen.
Da Frauen eine solche Drüse nicht benötigen, verkümmert bei ihnen die Prostata. Das ursprüngliche Gewebe um den Harnleiter herum bleibt jedoch erhalten.

Die Entwicklung der Prostata beginnt im dritten Monat mit der Ausstülpung von Knospen des Epithels der Urethra (späterer Drüsenapparat) ins umliegende Mesenchym (Stroma und Kapsel). Beim männlichen Embryo steht die Bildung der Vorsteherdrüse unter dem Einfluss von Dihydrotestosteron (DHT). Ohne ausreichende Androgenspiegel fehlt die Ausreifung beim weiblichen Embryo und der Drüsenkörper bleibt nur ansatzweise vorhanden.
Diese Drüsen werden auch in der embryologischen Literatur als para-urethrale Drüsen (Skene) bezeichnet. Praktisch jedes Organ bei Mann und Frau hat ein embryologisches Korrelat (eine Wechselbeziehung):

Tuberculum genitale, entspricht:

  • Mann: Penis
  • Frau: Clitoris

Sinus urogenitis, entspricht:

  • Mann: Harnblase und Harnrohre, Prostata, Utriculus prostaticus, Glandulae bulbourethrales (Cowper)
  • Frau: Harnblase und Harnrohre, Paraurethrale Drüsen (prostata feminina), Vagina/Uterus, Glanduelae vestibulares maiores (Bartholini).
    Das Sekret der Bartholinschen Drüse dient der Befeuchtung des Scheidenvorhofes.

Die anatomisch unterschiedlichen Formen sind wohl Ausdruck individuell differenter Entwicklungsstufen mit hormonell bedingtem Reifungsstopp beim weiblichen Embryo.

Bei der Frau ist die Existenz eines Korrelats dieser Drüse gänzlich unbekannt. Berichte über die weibliche Ejakulation, oder sogar sporadische Prostatakarzinome der Frau, werden meist in den Bereich des unwissenschaftlichen abgedrängt.

Das Wissen über die Prostata bei Frauen ist mehr als 2000 Jahre alt. Bereits 300 v. Chr. beschrieb Herophilos von Chalkedon die Prostata bei Mann und Frau. Der in Alexandria tätige Arzt und Anatom war der Pionier der anatomischen Studien an Leichen. Er hat sehr detailliert nach seinen Sektionen die Organe des Körpers beschrieben, und immer nach Parallelen bei Mann und Frau gesucht, und so auch das Korrelat der Prostata als paraurehtrales Drüsengewebe der Frau gefunden.

Die klinische Erstbeschreibung der weiblichen Prostata erfolgte 1672 n. Chr. durch den niederländischen Gynäkologen Reinjier De Graaf (1641-1673).

Die anatomische Beschreibung der para-urethralen Drüsen der Prostata bei Frauen von Alexander J.C. Skene (1838-1900) – schottisch-stämmiger und in den Vereinigten Staaten tätiger Gynäkologe und Augenarzt gehören zu den bis ins 19. Jahrhundert detailiertesten.
Da ihm und seinen Nachfolgern waren die Parallelen zur Prostata des Mannes nicht bewusst, so wurden  sie als Skene Drüsen bezeichnet, als eigenständiges Organ. Diese Nomenklatur hat sich bis heute fest gehalten, und erschwert die Etablierung der wahren embryologischen und anatomischen Zusammenhänge. Inzwischen wird öfter auch die Bezeichnung Prostata feminina benutzt.

50 Prozent der Frauen verfügen über Prostata Drüsengewebe

Forscher der Universitätsklinik für Frauenheilkunde in Wien kommen in einer aktuellen Studie zu dem Schluss, dass rund 50 Prozent der Frauen hätten im Rahmen ihrer Untersuchungen entsprechendes Gewebe aufgewiesen, berichten Wolf Dietrich von der Universitätsklinik und Kollegen.weibliche Prostata, prostata feminina, g-punkt Frau, prostata frau

Die Prostata bei Frauen befindet sich in der dicken Wand zwischen Vaginalkanal und Harnröhre.
Die paraurethralen Drüsen, auch Skene-Drüsen oder weibliche Prostata genannt liegen eingebettet in das dichte Venengeflecht um die Harnleiter der Frau. Ihre zahlreichen Ausgänge münden in die Harnröhre.
Das paraurethrale Schwell- und Drüsengewebe, die prostata feminina ist von der Scheide aus zu tasten, wenn die Frau mit dem Finger in Richtung Schambein drückt.

Während beim Mann die Funktion der Prostata weitgehend erforscht ist, bleibt die Funktion des Prostata ähnlichen Gewebes im weiblichen Körper bisher ungeklärt, schreiben die Wiener Forscher in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Journal of Sexual Medicine“. Fest stehe allerdings, dass bei Frauen – wenn auch sehr selten – aus dem entsprechenden Gewebe Karzinome entstehen können, die von den Wissenschaftlern als „weibliche Prostatakarzinome“ bezeichnet wurden.

Die Wiener Forscher haben im Rahmen ihrer Studie die Harnleiter sowie das umgebenden Gewebe von 25 Patientinnen untersucht und dabei in 14 Gewebeproben die typischen Gewebecharakteristika der männlichen Vorsteherdrüse (Prostata) nachgewiesen. Bei Laboruntersuchungen wurden Prostata-spezifische Antigene (PSA), Prostata-spezifische alkalische Phosphatase (ein Enzym) und Androgen-Rezeptoren in dem Gewebe der Patientinnen nachgewiesen.
Bösartige Tumoren die sich aus diesem Gewebe herausbilden sind daher als „weibliche Prostatakarzinome“ zu bezeichnen (Prostatakrebs bei Frauen).

Die weibliche Ejakulation, Abspritzen

Der amerikanische Neurogenetiker Moalem präsentiert medizinische Fakten: Die weibliche Ejakulation existiert – als Motor der Lust hat er die weibliche Prostata ausgemacht.prostata frau, ejakulation, g-punkt

Das Abspritzen, die Ejakulation der Frau wurde Schon in alten indischen Liebeslehren beschrieben (Ananga Ranga, 1172). Diese Emission des so genannten „Liebessaftes“ wurde damals mit hohem Lustempfinden in Verbindung gebracht.
In zahlreichen indischen Tempelanlagen zeugen Statuen weiblicher, ejakulierender Figuren von diesem Umstand. Auch De Graaf und Gräfenberg untersuchten die weibliche Ejakulation in Zusammenhang mit ihren Forschungen zur weiblichen Prostata.

Es ist bekannt, dass es Frauen gibt, die abspritzen, die eine Emission von Flüssigkeit während des Orgasmus haben.
In Studien konnte mittlerweile gezeigt werden, dass die ejakulierte Flüssigkeit in ihrer Zusammensetzung dem Ejakulat des Mannes sehr ähnlich ist.

Nicht jede weibliche Prostata ist  zur Ejakulation (zum Abspritzen) fähig, da die paraurethralen Drüsen unterschiedlich ausgebildet sind. Es kann auch sein, dass bei einigen Frauen das Ejakulat eventuell zurück in die Blase gelangt und die Frau davon einfach gar nichts bemerkt.

Die unterschiedliche Fähigkeit zu einer Ejakulation hat zwei grundsätzliche Ursachen:

  1. unterschiedliche anatomische Entwicklung des Drüsenkörpers  durch unterschiedliche Androgenspiegel im weiblichen Embryonal Stadium
  2. bei vielen Frauen wird die Ejakulation (das Abspritzen) unterdrückt, durch Schamgefühl, unterdrückte Lustempfinden,  eine hohe Dunkelziffer ejakulierender Frauen (keine wirkliche Pathologie bzw. sogar gesteigertes).

Der G-Punkt, die weibliche Prostata

Viele Frauen fragen sich, wo liegt bei ihr der G-Punkt. Der G-Punkt liegt hinter der Klitoris und außerhalb der Harnröhre, und damit in direkter Nachbarschaft zur Vagina.

Laut dem Slowakischen Pathologen Milan Zaviacic verfügt die Prostata bei Frauen im Gegensatz zu Männer über eine außergewöhnliche Eigenschaft: das Organ unterscheidet sich von Frau zu Frau in Größe und Ausdehnung und dadurch der Lust Faktor wird unterschiedlich ausgeprägt.
Die Frauen, die ausreichend Prostatagewebe verfügen, dürfen sich Glücklich fühlen.
Wenn die Frau auf dem Rücken liegt, ist die Prostata direkt über dem Vaginaltrakt positioniert. Diese Lage ist optimal um G-Punkt zu stimulieren.

Der österreichische Urologe Florian Wimpissinger publizierte im Journal of Sexual Medicine (vol. 4, p 1388) den Fall gleich zweier massive ejakulierten Patientinnen. Die Analyse des im Laborversuch durch Masturbation gewonnen Ejakulats wies in der Flüssigkeit einen hohen PSA-Gehalt auf.

Auch bei Männer kann man den männlichen G-Punkt stimulieren, um das Erlebnis beim Geschlechtsverkehr zu verstärken. Dabei spricht man über: Prostatamassage

Prostatakrebs bei Frauen

Prostatakrebs bei Frauen kommt selten vor.
Bei Frauen kommt zu Karzinomen in dem Prostata ähnlichem Drüsengewebe, die Karzinome sind aber extrem selten.
Es ist zu berücksichtigen, dass lediglich die Hälfte der Frauen über entsprechendes Gewebe verfügen.

Bei Laboruntersuchungen kann man auch bei Frauen bei Prostatakrebs erhöhte PSA-Werte (Prostata-spezifische Antigene), und Testosteron-Rezeptoren in dem Gewebe nachgewiesen.

Der Prostatakrebs bei Frauen wurden bisher als Karzinom der Skene Drüsen bezeichnet. Histologisch entsprechen diese Karzinome dem Prostatakarzinom des Mannes.
Plattenepithel- und Urothelkarzinome sind bei Frauen in diesem Bereich  häufiger.

Die Behandlung von Prostatakrebs bei Frauen kann durch Entfernung oder Bestrahlung von betroffenen Gewebe erfolgen.
Da bei Männer Prostatakrebs meistens hormonabhängig wächst, wäre sinnvoll im Fall der Erkrankung ein Testoster-Bluttest zu durchführen.

Das Vorkommen einer benignen Prostatahyperplasie (BPH), also einer Prostata Vergrößerung  ist bei Frau sehr unwahrscheinlich.
Anfang des 20. Jahrhunderts wurden Resektionen des Blasenhalses der Frau beschrieben: es konnte  nie BPH Gewebe gefunden werden. Wahrscheinlicher scheint das Auftreten von Prostata Erkrankungen wie chronic pelvic pain syndrome (CCPS) oder Prostatitis.

Quelle:  urologie3400.at

Erfahren Sie mehr über die weibliche Prostata feminina
Video Teil 1:



Erfahren Sie mehr über die Prostata bei Frauen
Video Teil 2:

 

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