Prostata Vergrößerung, Prostatahyperplasie, Prostatasyndrom

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Gutartige Vergrößerung der Prostata,
Benigne Prostatahyperplasie BPH, benigne Prostatasyndrom (BPS), Prostataadenom

 

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Die gutartige Prostatavergrößerung ist mit einer Vergrößerung (Hypertrophie) von Prostatazellen verbunden, aber auch mit einer echten Zellvermehrung (Hyperplasie).
Die Vergrößerung der Prostata kann zu Beschwerden beim Wasserlassen führen.
Zwischen der Größe der Prostata und den Beschwerden gibt es keinen direkten Zusammenhang.

Die Bezeichnung “benigne Hyperplasie” setzt sich aus den beiden Wörtern benigne und Hyperplasie zusammen. Benigne bedeutet gutartig, Hyperplasie bedeutet auf lateinisch Vergrößerung.

Prostata Vergrößerung ist aufgrund ihrer Häufigkeit eine Volkserkrankung. Bereits ab dem 30. Lebensjahr  kann es zu langsam einsetzenden Beschwerden kommen.
Ungefähr 50% aller Männer im Alter zwischen 51 und 60 Jahren und bis zu 90% aller Männer über 80 Jahren haben eine gutartige Prostatavergrößerung, bei jedem vierten Mann über 50 kommt zu Beschwerden.

 

Mit zunehmendem Alter das Prostatagewebe beginnt zu wuchern, das Organ vergrößert sich und klemmt mehr und mehr die Hernröhre ein.
Die Prostata kann bis auf die zehnfache Größe anwachsen und ein Volumen von mehr als 200 ml einnehmen.

Ob eine Prostatavergrößerung Beschwerden verursacht, hängt nicht unbedingt von der Größe der Prostata ab.

Bei der Benigne Prostatahyperplasie BPH vergrößert sich der innere Anteil Prostata.  Vergrößert sich die Prostata nur in Richtung Harnröhre, wird diese eingeengt und kann die Harnröhre abdrücken.
Es reichen schon kleine Volumenänderungen um Beschwerden auszulösen.
Meistens beginnen diese Beschwerden mit vermehrtem Harndrang und häufigem Wasserlassen, bis zu der sogenannten Harnsperre.

Durch eine unvollständige Blasenentleerung kann es zu Blasensteinen und Harnwegsinfekten kommen.

Als Ursachen dieses Wachstums der Prostata wird unter anderem die Änderung des Hormonhaushaltes im Alter angesehen. Der äußere Anteil der Prostata, die Prostatakapsel, wird von diesem Wachstum nicht direkt betroffen.

Die benigne Prostatahyperplasie (BPH) oder benigne Prostatasyndrom (BPS), an sich ist noch nicht als pathologisch (krankhaft) zu werten. Nur wenn sich aufgrund der Beschwerden bei der Miktion (Wasserlassen) ergeben spricht man von therapiebedürftiger BPH oder besser vom benignen Prostata-Syndrom (BPS).
Nur etwa 25% – 30% aller Männer mit BPH entwickeln Symptome.
Plakativ bezeichnet man asymptomatische (beschwerdefreie) Männer mit BPH als “Adenomträger” und solche bei denen sich Beschwerden einstellen als “Adenomkranke”.

Erkrankungsstadien der BPH nach Alken

Im deutschsprachigen Raum unterteilen Ärzte die Erkrankung in drei Stadien, angelehnt an das Beschwerdebild und die in der Blase verbleibende Restharnmenge .

  • Stadium I – das Reizblasenstadium.

    Verzögerter Beginn des Wasserlassens, häufiges und nächtliches Wasserlassen, abgeschwächter Harnstrahl, kein Restharn

  • Stadium II – das Restharnstadium

    Zunahme der Beschwerden aus Stadium I, zusätzliche Restharnbildung, eventuell wiederkehrende Blaseninfekte und Bildung von Blasensteinen
    Durch den Restharn und die permanente Reizung der Blase ziehen sich die Blasenmuskeln bereits bei einer geringen Füllmenge zusammen, so dass der Betroffene unter ständigem Harndrang leidet.

  • Stadium III – das Dekompensationsstadium

    Bildung einer “Überlaufblase” oder eines kompletten Harnverhaltes, Harnstauungsnieren, Nierenfunktionsstörungen
    Der Urinstau kann sich in der Harnblase nach oben in die Nieren fortsetzen und diese nachhaltig schädigen. Ein völliger Verschluss der Harnröhre, der sogenannte Harnverhalt, muss sofort behandelt werden, um akutes Nierenversagen zu verhindern. Dabei wird der Harn mit Hilfe eines Katheters abgeleitet.

Nicht jeder Patient  durchläuft alle drei Stadien.
Die Größe der Prostata steht nicht immer in direktem Zusammenhang mit dem Grad der Beschwerden. Es gibt Männer, die trotz stark vergrößerter Prostata nur geringe Symptome aufweisen, während andere bei leicht vergrößerten Prostata große Probleme haben.

Prostata Vergrößerung, Symptome

können sowohl Reizerscheinungen (Schmerzen beim Wasserlassen und häufiges Wasserlassen) als auch Beschwerden durch die Einengung der Harnröhre (erschwertes, lang andauerndes Wasserlassen, Nachtröpfeln) sein.

Typisch sind Probleme bei Wasserlassen. Der Harnstrahl wird schwächer. Man hat nach dem Wasserlassen das Gefühl, dass die Blase nicht richtig leer wird und deswegen muss auch häufiger zum Wasserlassen gehen, auch in der Nacht.

Einige Männer haben einen sehr plötzlichen Harndrang, so dass sie es manchmal nicht mehr bis zur Toilette schaffen und Urin in die Hose verlieren.

Manche Männer müssen sich sehr anstrengen, um mit der Blasenentleerung zu beginnen. Es können auch beim Pressen kleine Blutgefäße aufplatzen und das Urin sich mit Blut Prostatavergrößerung, Harn kann nicht abfließenverfärben.

Bei einem akuten Harnverhalt kann die Blase nicht mehr entleert werden. Aufgrund des starken schmerzhaften Druckes muss die Blase über einen Katheterschlauch vom Arzt entleert werden.

Die gutartige Prostata Vergrößerung hängt nicht nur vom Alter aus, sondern auch von der Lebensweise.

Es ist zu empfehlen viel Wasser zu trinken und sich ballaststoffrech, kalorien- und fettarm zu ernähren, was Übergewicht verhindert und eine ausreichende Blasen- und Darmentleerung fördert. Als Risikofaktor wird Alkohol angesehen.

Wenn durch die Prostatavergrößerung der Harn nicht mehr richtig abfließen kann, führt es zu Restharnbildung in der Blase. Das kann gefährlich werden, weil die Harnwegsinfekte und Nierenstauungen drohen. Im Alter von 80 Jahren leiden rund 90 Prozent der Männer unter Beschwerden wie ständigem Harndrang.

Aber auch Blasen- oder Nierenprobleme können hinter den Beschwerden stecken. Zum Beispiel wenn den Nieren manchmal ein sogenanntes antidiuretisches Hormon fehlt, kommt es als Folge ein besonders starker nächtlicher Harndrang.

Ursachen und Risikofaktoren für  Prostatavergrösserung

sind wenig bekannt. Eine wichtige Rolle spielen Hormone und genetische Faktoren.
Aus den bis jetzt vermuteten Ursachen können leider keine Vorbeugemaßnahmen gefunden werden.
Ein Zusammenhang mit Prostatakrebs besteht aber nicht.

Eine Männerstudie der University of California über das Sexualhormon Testosteron, die  in der amerikanischen Fachzeitschrift «Gerontology: Medical Sciences» veröffentlicht wurde kommt zu diesem Ergebnis: Männer mit hohem Testosteronspiegel haben ein höheres Risiko für eine Prostatavergrösserung.

In der Prostata, aber auch in den Haarfollikeln (Haarbälgen) gibt es ein Enzym namens 5-Alpha-Reduktase.
Dieses Enzym verwandelt das männliche Geschlechtshormon Testosteron in eine andere Form, in Dihydrotestosteron (DHT). Ein erhöhter DHT Spiegel ist eine Ursache sowohl für die Glatzenbildung als auch für die
Vergrößerung der Prostata.

Folgende Regeln sind zu beachten:

  • mehr Geduld beim Wasserlösen, bis die Blase wirklich leer ist;
  • zwei Stunden vor dem Schlafengehen nichts mehr trinken;
  • Harntreibendes wie Alkohol, Tee oder Kaffee am Abend weglassen.

Prostata Vergrößerung Ärztliche Untersuchung beim Urologen

Zuerst soll der Patient ein international benutzter Fragebogen, der sogenannte IPSS-Bogen (Internationaler Prostata-Symptomenscore) ausfühlen. Dabei sollen verschiedene Fragen zur Blasenentleerung beantwortet werden.

Der Arzt kann ein Abtasten der Prostata mit dem Finger vom Enddarm durchführen, Ultraschall-Untersuchung mit einer Ultraschallsonde, die in den Enddarm eingeführt wird. So kann die Größe der Prostata und eventuell vorhandene Auffälligkeiten sehr genau erkannt werden.

Gleichzeitig kann die Menge des Restharns nach Blasenentleerung gemessen werden.

Bei einem gesunden Mann ist die nicht größer als 20 bis 30 Milliliter.

Eine weitere einfache Untersuchung ist die sogenannte Harnstrahlmessung (Uroflow). Dabei muss der Patient in einen Trichter Wasser lassen, welcher an ein Gerät angeschlossen ist, welches die Intensität des Strahles misst. Eine maximale Fließgeschwindigkeit von weniger als 15 Milliliter pro Sekunde kann auf eine Harnflußbehinderung deuten.

Mittels dieser Untersuchung werden andere Ursachen für die Störung der Blasenentleerung abgegrenzt.

Durch die Untersuchung einer Urinprobe kann festgestellt werden, ob sich im Urin Bakterien befinden.

Bei der Blutuntersuchung wird unter anderem der PSA-Wert bestimmt. Die Abkürzung PSA steht für Prostataspezifisches Antigen. Ist dieser Wert erhöht, ist eine Entnahme einer Gewebeprobe aus der Prostata notwendig, um Prostatakrebs auszuschließen.

Bei unklaren Befunden können speziellere Untersuchungen notwendig sein. Dazu gehören die sogenannte Urethro-Zystoskopie (Harnröhren-Blasenspiegelung) und die Urodynamik (Blasendruckmessung). Damit können Tumoren in der Blase und Nervenerkrankungen als mögliche Ursache der Beschwerden erkannt oder ausgeschlossen werden.

Behandlung gutartiger Vergrößerung der Prostata

Download: =>

Leitlinie “Therapie des Benignen Prostatasyndroms (BPS)

Gutartige Prostata Vergrößerungen lassen sich zu Anfang mit pflanzlichen Mitteln auf Basis von Kürbiskernöl (Cucurbita pepo), Roggenpollen (Secale cereale), Brennesselwurzel (Urtica dioica), Opuntia (Kakteengewächse) oder Palmblätterextrakt (Serenoa repens) behandeln. Studien zeigten, dass die Patienten weniger Beschwerden empfinden.

Aktuelle Erkenntnis: Mittel aus Sägepalme wirken nicht besser als Scheinmedikamente und gelten somit als unwirksam.

Aktuelle Erkenntnis: Kürbiskerne  können die Beschwerden der Prostata wahrscheinlich nicht bessern. In zwei Studien mit insgesamt rund 1400 Männer haben sich die Beschwerden selbst nach einer einjährigen Behandlung nicht gebessert.

Pflanzliche Mitteln können für etwa drei bis fünf Jahre helfen. Die Kosten werden nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.
Danach ist es möglich die so genannte Alphablocker zu einnehmen

 

Prostata Komplex 90 Kapseln

Prosta Komplex mit verstärkter Wirkung gegen Prostata Probleme,
Kombination von 6 verschiedenen bioaktiven Vitalstoffen: Sägepalme, Pygeum africanum, Opuntia, Zink, Lycopin und Selen.

– gut für die Prostatafunktion
– ideal für Männer ab 40
– mit hohem Lycopin-Anteil und Pygeum

 

Alpha-1-Rezeptorblocker

Alphablocker senken die Spannung der glatten Muskulatur der Prostata und am Blasenhals.
Zu den gut Wirkenden und gut verträglichen Alphablocker gehören Wirkstoffe Alfuzosin, Terazosin, Doxazosin, Tamsulosin.
Diese Stoffe wurden ursprünglich für die Bluthochdrucktherapie entwickelt.
Diese Wirkstoffe sorgen für eine schnelle Besserung der Beschwerden bis hin zur Beschwerdefreiheit innerhalb von ein bis zwei Wochen.
Als Nebenwirkungen ist die Senkung des Blutdrucks, was zu Schwindel und Unsicherheit beim Stehen führen kann.

5-Alpha-Reduktasehemmer

greifen in den Stoffwechsel der männlichen Geschlechtshormone (Testosterone) ein, die bei der Entwicklung einer BPH eine Rolle spielen.  Enzym 5-Alpha-Reduktase verwandelt Geschlechtshormon Testosteron in Dihydrotestosteron (DHT). Ein erhöhter DHT Spiegel ist eine Ursache für die Vergrößerung der Prostata.

Diese auch als Antiandrogene bezeichneten Medikamente reduzieren das Volumen der vergrößerten Vorsteherdrüse um etwa 20 bis 30 Prozent nach mehrmonatiger Therapie.

  • Proskar, Wirkstoff Finasterid
    greift in den Testosteronstoffwechsel innerhalb der Prostata ein, blockiert die Umwandlung von Testosteron in Dihydrotestosteron, die biologisch aktivste Form des Testosterons, das in den Prostatazellen aktiv ist.
    So wird auch das Zellenwachstum innerhalb der Prostata gehemmt und die Prostata wird verkleinert.
    Für die Hemmung der 5-Alpha-Reduktase in der Prostata sind 5 mg täglich notwendig.
  • Avodart, Wirkstoff Dutasterid,
    senkt die Umwandlung von Testosteron in Dihydrotestosteron stärker als Finasterid und hemmt das Wachstum der Prostata noch stärker.

Im Unterschied zu Finasterid hemmt Dutasterid beide Typen der 5-alpha-Reduktase.
Wie verschiedene Studien belegen, reduziert die Gabe von 0,5 mg Dutasterid täglich das Serum-DHT um über 90 Prozent, während 5 mg Finasterid täglich den DHT-Wert um circa 70 Prozent senken.

Duodart, Kombinationspräparat aus Dutasterid und Tamsulosin

Eine Hartkapsel Duodart® enthält (wie Avodart) 0,5 mg Dutasterid und (wie z. B. Alna®) 0,4 mg Tamsulosinhydrochlorid.

Wirkung:
der PSA-Wert sinkt, bzw. halbiert sich und die Prostata schrumpft (Dutasterid),
die Muskulatur um die Prostata entspannt sich (Tamulosin).
Die Kapseln sollen einmal täglich immer zur gleichen Tageszeit etwa 30 Minuten nach der jeweiligen Mahlzeit eingenommen werden.

Tadalafil (Cialis)

Tadalafil (Cialis) mit 5mg Dosierung hilft für bessere Erektion bei benignem Prostatasyndrom (BPS) => Tadalafil (Cialis) 5mg Zulassung

Tadalafil verhindern die sexuellen Nebenwirkungen einer Finasterid-Therapie.

Der Arbeitskreis BPS der Akademie der Deutschen Urologen hat in die Leitlinie “Therapie des Benignen Prostatasyndroms (BPS)” mit Stand vom 19. November 2014 die PDE5-Inhibitoren als Option aufgenommen.

Dabei habe Tadalafil den Empfehlungsgrad A wegen der gut dokumentierten Studienlage erhalten, teilt das Unternehmen Lilly mit.

Von den in Deutschland verfügbaren PDE5-Hemmern sei nur Tadalafil (Cialis®) 5 mg täglich für BPS zugelassen. In dieser Indikation werde es seit Mitte 2014 durch die GKV erstattet. Da die mittlere Halbwertszeit 17,5 Stunden betrage, werde bei täglicher Einnahme ein konstanter Blutspiegel aufgebaut.

Eine Medikamentöse Kombination verschiedener Wirkstoffe
ist effektiver als die jeweiligen Einzelsubstanzen.
Eine neue und noch nicht in den Leitlinien enthaltene Option ist die Kombination eines PDE-5-Inhibitors mit einem 5alpha-Reduktasehemmer. In einem Direktvergleich zeigt die Kombination von Tadalafil mit Finasterid    eine signifikante Verbesserung der Symptome im Vergleich zur Kombination von Finasterid mit Placebo. Zusätzlich profitieren dabei die Männer deutlich durch Verbesserung bei erektilen Dysfunktion (ED).

Die ­chemischen Arzneimittel verschaffen eine Linderung für drei bis fünf Jahre. Helfen die Medikamente nicht, ist eine OP erforderlich. Dabei wird etwa 50 bis 60 Prozent des Prostata­gewebes weggeschnitten oder mit einem Laser verdampft.
Die OP dauert etwa eine Stunde, der Patient muss im Regelfall maximal vier Tage in der Klinik bleiben.

Es existieren verschiedene operative Behandlungstechniken.
In der Regel wird die seit Jahrzehnten etablierte und immer wieder verfeinerte transurethrale Elektroresektion der Prostata (TURP) durchgeführt.

Download: =>

Leitlinie “Therapie des Benignen Prostatasyndroms (BPS)

 

Therapie in Abhängigkeit von Erkrankungsstadien

Stadium I:

Im Vordergrund steht die medikamentöse Behandlung, um die unangenehme Symptomatik der Harnabflussstörungen wieder in den Griff zu bekommen.

Mithilfe moderner Arzneimittel lassen sich damit heutzutage sehr gute Erfolge erzielen.

Falls sich die Betroffenen trotz medikamentöser Behandlung und gesunder Einstellung in ihrer Lebensqualität deutlich eingeschränkt fühlen – sei es durch häufiges Wasserlassen in kleinen Mengen, häufiges nächtliches Wasserlassen oder plötzliches Einnässen – wird der behandelnde Arzt unter Umständen bereits jetzt eine Operation empfehlen.

Stadium II

In diesem Stadium rücken operative Maßnahmen neben der medikamentösen Therapie in den Blickpunkt, da der verbleibende Restharn langfristig zu Nierenschädigungen führen kann. Restharnmengen über 100 ml und weitere gravierende Symptome sind eine Indikation für eine Operation.

Die überwiegende Zahl der Eingriffe lässt wird endoskopisch durchgeführt, eine offen-operative Entfernung kommt seltener vor.

Stadium III

In diesem Stadium ist eine Operation notwendig. Beim Harnverhalt und bei der Überlaufblase ein Blasenkatheter sorgt für Erleichterung und Nierenentlastung. Der Arzt kann gleichzeitig über den Katheter Untersuchungen durchführen.

Ein plötzlich auftretender Harnverhalt gehört als Notfall zu sofortiger ärztlicher Behandlung.

Hochintensiver fokussierter Ultraschall (HIFU)

Der Ultraschall hoher Intensität wird über eine Sonde im Enddarm appliziert. Aufgrund der nur geringen Erfolge und der häufigen Harnverhalte nach dem Eingriff wird diese Behandlung momentan nur in Studien eingesetzt.

Thermotherapie

Das Gewebe der Prostata wird durch Erwärmung zerstört.

Die Thermotherapie wird meistens ambulant in lokaler Betäubung durchgeführt. Der Therapieerfolg ist erst nach mehreren Wochen erkennbar. Wegen einer starken Gewebeschwellung muß oft der Urin für die Übergangszeit über einen Bauchdeckenkatheter abgeleitet werden.

Transurethrale Mikrowellen Therapie (TUMT)

Hier wird Mikrowellenenergie verwendet, in der Regel unter Verwendung allgemeiner Anästhesie und kann in einer einzigen Sitzung abgeschlossen werden.Die Wärmeenergie wird über die Harnröhre eingeführt.

Transurethrale Nadel-Ablation (TUNA)

Bei der transurethralen Nadelablation (TUNA) werden über feine Nadelantennen, die über die Harnröhre im Gewebe plaziert werden, Radiofrequenzwellen abgegeben. Diese erhitzen das Gewebe auf bis zu 100 Grad. Das abgestorbenes, überschüssiges Gewebe wird dann abgetragen (Ablation=Abtragung).

TUNA wird ambulant und ohne Narkose angewandt. Es kommt selten zu Komplikationen.

Der Therapieerfolg liegt bei etwa 50 bis 80 prozentiger Besserung der Beschwerden.

Laserbehandlung

  • Die Verdampfung des Gewebes, d. h. die Abtragung der die Harnröhre einengenden Teile der gutartigen Prostatavergrößerung. Hier hat sich heute der so genannte Greenlight-Laser (KTP-Laser = Kalium-Titanyl-Phosphat-Laser) als das beste Verfahren bewährt.

Artikel: Operation mit Greenlight-Laserverfahren => Greenlight

  • Ausschneiden der Prostata im Ganzen oder Stückchenweise mit dem so genannten Hightech Holmium-JAG-Laser.
    Bei HOLEP – Holmium Laser wird das Prostatagewebe zuerst in der Blase gesammelt und dann entfernt, so dass nachträglich möglich ist das Prostatagewebe vom Pathologen zu untersuchen.
    Das Risiko von gefährlichen Blutungen während und nach dem Eingriff reduziert sich signifikant. Zu Inkontinenz oder Impotenz kommt es nach der Operation so gut wie nicht mehr. Bereits nach zwei bis drei Tagen verlassen die meisten Patienten die Klinik und können wieder beschwerdefrei Wasserlassen.

Lesen Sie auch hier: => Vergrößerte Prostata OP mit Thulium-Laser als Kassenleistung

Botox gegen Prostatavergrößerung

Eine weitere Therapiemaßnahme wurde in Deutschland zugelassen. Botulinumtoxin (Botox®) wird ambulant, punktgenau und nebenwirkungsfrei in die Prostata injiziert. Bereits ungefähr zwei Wochen nach der Behandlung unter lokaler Betäubung kommt zu einer Verbesserung der Symptome. Die Behandlung dauert rund 30 Minuten. Der Patienten bleibt für acht bis zwölf Monate Beschwerdefrei. Die Behandlung sollte regelmäßig wiederholt werden. Bei wiederholter Anwendung kann sie den Krankheitsverlauf sogar stoppen.

Transurethrale Vaporisation der Prostata (TUVP), Elektroschlinge

Prostatagewebe wird mit einer Elektroschlinge “verdampft”. Dies geschieht unter Sicht über eine in die Harnröhre eingebrachte dünne Kamera.

Transurethrale Prostataresektion (TURP)

Diese Therapie ist seit Jahrzehnten die Standardbehandlung in der operativen
Therapie der Prostatavergrößerung.

Prostatagewebe wird mit einer Elektroschlinge, die über die Harnröhre eingeführt wird, von innen abgetragen. (ausgehöhlt). Zuerst wird ein dünnes Rohr, in die Harnröhre eingeführt. Durch das Rohr wird die Elektroschlinge und einer kleinen Optik vorgeschoben. Das überschüssige Prostatagewebe wird unter Sicht mit der Elektroschlinge abgetragen. Das abgetragene Gewebe wird mit einer Flüssigkeit ausgespült. Am Ende der Operation wird ein Katheter über die Harnröhre eingelegt. Über diesen Katheter wird die Blase mit Flüssigkeit gespült, um der Bildung von Blutgerinnseln vorzubeugen. Der Katheter wird nach ungefähr zwei bis drei Tagen entfernt.

Die Operationszeit der Hobelung der Prostata durch die Harnröhre (TUR der Prostata) ist auf ca. 1 Stunde begrenzt, so dass mit dieser Technik können nur Drüsen bis zu einer bestimmten Größe entfernt werden. Sehr große Prostatadrüsen
müssen mit einer offenen Schnitttechnik entfernt werden.

Transurethrale Inzision der Prostata (TUIP oder TIP)

es wird über einen Zugang durch die Harnröhre der Blasenhals und die Prostata eingeschnitten (Inzision= Einschnitt) und eventuell störendes Gewebe entfernt.

Bei kleiner Prostata bietet dieses Verfahren weniger Komplikationen, als bei der TURP, allerdings besteht ein höheres Risiko, dass wieder neues Gewebe nachwächst.

Offene Prostataadenomektomie (PAE)

wird vor allem bei sehr ausgeprägten Prostatavergrößerungen durchgeführt wenn TUR-P nicht mehr sicher durchgeführt werden kann. Bei sehr großen Prostatadrüsen wird eine offene Prostataentfernung bevorzugt.
Es wird einen Schnitt im Unterbauch die Blase gemacht und überschüssige Gewebe “ausgeschält” und entfernt. Anschließend wird ein Katheter durch die Harnröhre eingelegt und die Blase wie auch die Bauchdecke verschlossen. Die Blase wird nach der Operation mit Flüssigkeit gespült.

Retropubische Prostataektomie nach Millin

Bei dieser offenen Prostataentfernung Prostatektomie erfolgt die Operation vom Bauch aus, wobei retropubisch bedeutet „hinter dem Schambein gelegen“.

Diese Methode wird bevorzugt bei sehr große Prostata (>75 ml) angewendet, ist jedoch bei großem Mittellappen und Adipositas nicht gut geeignet.
Hierbei wird die vergrösserte Prostata vollständig aus der chirurgischen Pseudokapsel
herausgeschält. Die klinischen Ergebnisse sind denen der TUR-P etwas überlegen.

Kurz vor der OP, ca.  30–60 min vor dem Hautschnitt wird intravenös Antibiotikum verabreicht, um das Risiko einer Wundinfektion zu minimieren.

OP wird in Vollnarkose durchgeführt, während der OP wird ein Dauerkatheter eingeführt und eine Wunddrainage angelegt.

Nach der OP:

  • OP-Tag: Dauerspülung der Harnblase durch den Katheter, Fußgymnastik, Atemtherapie. Schmerztherapie.
  • Erster Tag: klare flüssige Kost, Reduktion oder Stop der Dauerspülung, Mobilisation.
  • Zweiter Tag: fettarme Kost. Schrittweise Reduktion des Ballonvolumens des Dauerkatheters auf 30 ml.
  • 3. bis 5. Tag: Entfernung des transurethralen Dauerkatheters und Beginn des Miktionstrainings. Entfernung der Drainage (wenn Wundsekret <75 ml/24 h)

Mögliche Komplikationen nach der OP: Inkontinenz, erektile Dysfunktion, retrograde Ejakulation, Harnwegsinfekte, Wundheilungsstörungen, Thrombose und andere.

Embolisation, Verödung

Embolisation statt Operation ist eine  neue Option für Therapie bei Prostatavergrößerung. Embolisation wird auch Verödung der Prostata genannt.

Durch einen kleinen Einstich in der Leiste des Patienten führt der Arzt einen winzigen Katheter in die Arterie ein. Über den Katheter werden Embolisationspartikel in das Gefäß gespritzt, winzige Kunststoffkügelchen die  Blutzufuhr  in die Prostata unterbrechen.

Zeitgleich wir eine hochmoderne Rotationsangiographie und eine Computertomographie durchgeführtzur. Verfügung. Dadurch werden die kleinste Arterien für den Arzt sichtlich dargestellt.

Die Embolisation gilt als sehr schonend und ist frei von Nebenwirkungen. Es reicht eine lokale Betäubung, Vollnarkose ist nicht notwendig.
Danach die Prostata schrumpft, so dass nach ca. vier Wochen meistens eine deutliche Besserung der Symptome auftritt.

Das neue Verfahren wird von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt.  Durchgeführt wird derzeit aber nur in wenigen Kliniken, unter anderem im Marienkrankenhaus in Hamburg, ims Universitätsklinikum Jena, im Klinikum Karlsruhe.

Auswahl der Therapie bei Vergrößerung wird meistens durch die Größe der Prostata bestimmt. Der Grund dafür ist die benötigte Zeit  für die OP (time is money).
Nach Lasertherapie der Prostata  mit HOLEP ist möglich das Prostatagewebe nachträglich vom Pathologen untersuchen lassen.
Bei einer Lesertherapie mit Vaporisation (Gewebeverdampfung) wie mit Grünlicht ist das nicht möglich.

Regelmäßige sportliche Aktivitäten, besonders Schwimmen und Wassergymnastik, stärken die Beckenbodenmuskulatur und haben einen positiven Einfluss auf die Prostata.

BPH-gerechte Ernährung

Eine BPH-gerechte Ernährung beruht auf Komponenten der südostasiatischen und mediterranen Küche mit bevorzugt pflanzlichen Fetten mit ein- und mehrfach ungesättigten Fettsäuren, zum Beispiel Oliven-, Lein- und Sojaöl, frischem Obst, Gemüse, Salat und Vollkorngetreideprodukten. Konzentrierte alkoholische und sehr kalte Getränke sind dagegen zu meiden.

Benigne Prostatahyperplasie BPH und Prostatakrebs sind zwei unterschiedliche Krankheiten! Die BPH ist gutartig und wächst im inneren Anteil der Prostata, der Prostatakrebs ist bösartig und wächst bevorzugt in der äußeren Prostatakapsel.


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7 Kommentare

  1. Prostata Artereinembolisation ist die Methode der Wahl.

  2. Hernan. José. Maran

    Please.

    Can i acsess tais comentar informações English , or Spanish..???

  3. Die natürliche Hormontherapie nach Dr. Douwes ist nicht hier erwähnt. Dabei gibt es keine der schlimmen Nebenwirkungen der Chemie-Produkte.

    Dabei wird die eigentliche Ursache der BPH, die fehlende Balance zwischen Östrogen, Testosteron und Progesteron, durch Hormongabe wiederhergestellt.

    Dr. Douwes Bad Aibling hat dazu eine exzellente wissenschaftliche aber auch für den Laien verständliche Arbeit verfaßt. Suchen Sie nach “Hormontherapie bei Prostataerkrankungen”.

    Das ist nach vielen Tagen Recherche im Netz die erste Arbeit, die klar und schlüssig darlegt, basierend auf run 30 ausgewerteten klinischen Studien, WAS ÜBERHAUPT die URSACHE einer BPH ist. Das ist nämlich sehr wohl bekannt.

  4. Liebes Team,

    Danke für die Seite. Wäre es möglich über das OP Verfahren nach Millin Informationen zu bekommen. Vor – und nach der OP.
    Vorallem Verhalten im Krankenhaus.
    Vielen DANK!!!!!

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